INTUITION MINDS SUMMIT, Basel 2016 – SECHS SZENENBILDER VON PHILINE VON SELL

16 Apr 2016 | Categories: Aktuell, Alle, Allgemein, Kooperation | Posted by: Philine

BLOG VON PHILINE VON SELL, 16.04.2016

Bild I

Ich laufe von der Tram zur „Blinden Kuh“, bin eine der Ersten und gebe meinen Mantel ab, entdecke Schließfächer ….

Dann die Treppe rauf und da stehen sie: die „Stehtische“ und einzelne Teilnehmer. Ich hole mir einen Espresso und frage meine Intuition, an welchen ich mich stellen soll – und steuere geradewegs auf einen hin, an dem Linda steht (Linda – „die Schöne“ auf Portugiesisch).

Der erste Plausch und dann ist er da – der geliebte Zufall, der Fall, der einem zufällt. Sie kommt aus Südafrika, hat diesen mir so liebgewonnenen Akzent, ich schwärme über mein geliebtes Johannesburg und Linda schmerzt das Herz, wenn Sie heute Hillbrow sieht. Das Eis ist gebrochen. Für mich kann es nun beginnen – herzerfrischend!

Skyline Johannesburg mit dem berühmten Hillbrow Tower

Bild II

Der Rahmen ist intim und zeitgenössisch – tut gut, der Ort, eben kein Tagungszentrum. Die Leute sind casual und aufgeschlossen, man trägt Namensschilder nur mit Vornamen und das ist sehr entspannend. Ich lasse mich im Vortragsraum in der letzten Reihe auf ein Sofa fallen und kurze Zeit später sitzt ein sympathischer dunkelhaariger ruhiger Typ neben mir. Auf der Bühne steht Andreas Dittrich, begrüßt uns und macht gleich die erste Intuitionsanwendung mit uns: den Nachbarn neben sich skizzieren. Gute Nachricht, Zeichnen kann ich!

Ich habe also allen Mut, intuitiv zu zeichnen (hier darf man das ja), und bin etwas verwundert, dass meine Skizze eine alte weise Gestalt hervorbringt – mit wenig Haaren, ein kahler Kopf, wie ein Mönch: freudvoll lebendig, mit rundem Kopf.

Nun bin ich fertig mit meiner 3-Minuten-Skizze und es fehlen die Haare. „Aber er hat Haare – sogar viele und Volumen!“, schreit es in mir. „Zeichne, was Du siehst, Philine, und gib ihm verdammt noch mal diese vielen Haare“, insistiert mein Hirn. Ok, ich tu sie irgendwie dazu. GONG! Dann sind die drei Minuten vorbei und wir dürfen uns gegenseitig die Ergebnisse zeigen:

Ich weiß nicht, ob mein Nachbar sich darin erkennt oder geschockt ist, wie alt er auf meiner Zeichnung wirkt.

Ich wirke auf seiner Zeichnung wie eine Schülerin, aber irgendwie nett, mit Brille und sehr wach.

„Der“ Zen-Meister wird angekündigt und auf die Bühne gebeten. Mein Nachbar steht auf und begibt sich direkt dorthin. Nun: Es fällt einem zu, was man sieht. Mein schlechtes Gefühl, ihn als alten Weisen gezeichnet zu haben, ist freudvoll weggewischt.

Bild III

In der Pause sind alle lebendig und wach – die Leute verkaufen nicht, sie hören zu und erklären engagiert. Angenehm! Keine Chauvis in Anzügen, die Dich als Frau am Tisch nur dulden. Keine Ängste, nicht wahrgenommen zu werden. Nett! Leichtfüßig.

Und dann, ehe ich michs versehe, ist da doch ein Wesen, das ungeheuer viel weiß und weiß und weiß und redet und redet …Da schweig ich doch und mein Gefühl von „Meine Güte, und wer bist Du?“ übernimmt. Und automatisch begebe ich mich direkt hinein, gehe nicht vom Tisch weg und harre dieses Ego aus, – lasse mich noch verwickeln in die Frage, was ich beruflich mache – und ER fasst für mich tatsächlich noch mal kurz und auf den Punkt gebracht zusammen, was ich aus seiner Sicht eigentlich mache – und er hat auch noch recht mit dem, was er sagt! Ich hatte es nur zum ersten Mal versucht, anders auszudrücken, weil ich zuvor den Eindruck hatte, die Leute würden mich nicht verstehen. Und er sagt mir einfach genau den Wortlaut, den ich sonst immer sage: „Ich mache wertebewusste und authentische Kommunikation.“ Klar, er weiß viel und hat mich sofort verstanden. Genial! Er ist ein wenig speziell, aber genial.

Am Abend zuvor hat er getrommelt – mit seinem Bauch im aufrechten Gang – wirklich ein besonderer Typ. Der Typ steht nach der Pause auf der Bühne und gibt einen tollen aufschlussreichen Vortrag, da wächst er mir ans Herz – genial!

Bild IV

Julia Child

Linda Thomas betritt die Bühne und ihre bescheidene schlichte Art ist bestechend. „Meine Linda“ aus Südafrika! Und dann das: ihre Geschichte, ihr Buch „Putzen lieben“ und ihre Erfahrungen, wenn es um Putzen geht, um ihre „Lehre der Achtsamkeit“ – und das mit ihrer unfassbaren Authentizität. Im properen hellblauen Kostüm mit Rock bis über die Knie – Werte und viele Jahre Lebenserfahrung. Wie aus einer anderen Zeit erinnert sie mich verblüffend an die berühmte Julia Child, die in den Fünfzigern den Amerikanern die französische Küche beibrachte. Freudvoll, inspirierend und mit lustvoller Perfektion und Leichtigkeit. Linda ist der Star des Tages.

Bild V

Wir stehen in einer Schlange und warten darauf, als Gruppe – hintereinander aufgereiht, mit den Händen auf den Schultern des jeweiligen Vordermenschen – in die Dunkelheit eskortiert zu werden. Eine Stunde aus der „Perspektive“ der „Blinden“. Ah! Die „Blinde Kuh“ und „die Spinte“ im Eingang lüften mir ihr Geheimnis. Eine Stunde im Dunkeln sitzen, um die Stille von Klängen der Klangschalen erfüllt wahrzunehmen. Es ist kein Unterschied, ob man die Augen öffnet oder schließt, und eine Stunde verfliegt. Was für ein Genuss, keine Bilder zu haben, keine Bilder zu verwerten und zu interpretieren. Reine Erholung – ich hätte gut noch länger sitzen bleiben können. Großartige positive Erfahrung. Danke dafür!

Bild VI

Svetlana steht auf der Bühne, ist klar, strikt und zugleich sehr liebevoll.

Ihre Bücherliste, die ihr Wirken bei IBM begleitet, ist das große Einmaleins der Besten unserer Zeit: Tolle, Walsch, Byron etc. – natürlich lesen die Menschen in der Corporate Welt die gleichen Bücher, um diese VUCA-Zeiten gut zu meistern und der Saal scheint mit den Namen in großen Teilen vertraut zu sein. Mein Schlüssel, warum ich mich so wohlfühle – Gleichgesinnte auf diesem Gebiet und alle auf einem guten Weg. Keiner ist allein, weil er „anders denkt“ oder sich im besten Sinne das „Denken abgewöhnt“. Herrlich! Keine Zurückhaltung und Rechenschaft. Das gibt mir Grund zur guten Hoffnung, dass es sich bewegt – auch in der Corporate Welt.

Noch sind wir Pioniere dieser Zeit, aber es gibt mehr und mehr Überläufer für eine bessere und gerechte Welt. Es lohnt sich, dabei zu sein, in jeder Hinsicht: inhaltlich, mental und wegen des wirklich guten Essens und all den tollen Begegnungen.

Intuition Minds Summit, Basel 2016

Intuition Minds in der Corporate World.

Wesentlich ist, den Leuten das Gefühl von „Approval“ und „Sicherheit“ zu geben – das macht Andreas Dittrich gut. Er ist ein geschickter Brückenbauer der „alten und neuen Art“ zu denken, zu handeln und zu führen.

Er steht mit beiden Beinen auf dem Boden und mit dem Kopf ist er – NEIN, nicht im Himmel, sondern in der Höhle des Löwen – weil in der Welt der Intuition und das innerhalb der Corporate Welt. Seine Mitstreiter sind ein bunter und eloquenten Strauß von Menschen, Professionals aller Ebenen, Unternehmer, Coaches, Autoren und Begegnungen, die inzwischen einen Kreis von Pionieren bilden, deren Wirken Schritt für Schritt seine Kreise zieht und nicht unbeachtet bleibt.

Dittrich verweist auf INSEAD und HARVARD, die die Intuitions-Skills an erste Stelle der Fähigkeiten von Menschen in Führungspositionen – besonders an der Spitze – stellen, um der globalen Zeiterscheinung von VUCA jetzt gerecht zu werden.

Die Teilnehmer, die sich im Frühjahr auf dem Kongress in Basel trafen, haben eins gemeinsam: Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich auf sich selbst besinnen und verlassen und gelernt haben, dies mehr und mehr zu festigen. Das klingt im ersten Moment recht profan und zuweilen sogar egoistisch – das Gegenteil ist der Fall: Die Pioniere von INTUITION MINDS sind nach innen gerichtete Menschen, die ihr Wirken und Tun unabhängig manifestieren und dabei sich selbst und ihre eigenen Werte als Referenz nehmen – und nicht die der Außenwelt, die permanent auf sie einwirkt.

Die Pioniere von INTUITION MINDS haben noch etwas gemeinsam: Sie gaben für diese zwei reichen, informativen und lehrreichen Tage ihren Status, ihre Privilegien und ihr Ego an der Garderobe ab und das tat allen gut.

Was heute nicht mehr aufzuhalten ist, ist eine wachsende Zahl von Menschen, die bewusst ihre Intuition, ihren gesunden Menschenverstand, ihr Bauchgefühl, ihre Kreativität zum Ausdruck bringen und bewusst und angstfrei mit diesen Möglichkeiten arbeiten.

Das zieht seine Kreise und inspiriert zum Nachahmen. Dafür ist dieser Kongress ein idealer Resonanzboden und wichtig, um miteinander in Verbindung zu treten und diese vor allem zu stärken.

Der Frauenanteil ist groß und auch das ist eine gute Nachricht. Das Essen war eine Eins und die Location erfrischend.

Von der Möglichkeit zur Wahrscheinlichkeit.

Um die Möglichkeit eines bewussten Umgangs miteinander, mit der Umwelt und den Ressourcen des Planeten zur Wahrscheinlichkeit werden zu lassen, verlangt es bewusstes Handeln und authentische Kommunikation. Wer weiß, dass die eigene Intuition auch im Beruf eine unverzichtbare Stütze und Quelle der Kreativität ist (und das wissen wir eigentlich alle!), darf sich mit Gleichgesinnten umgeben und zeigen, um miteinander in Beziehung zu treten und Alternativen zum jetzigen Umgang mit den Dingen zu gestalten.

Genau dafür ist dieser Kongress goldrichtig.

See you in Basel im Februar 2017

Philine von Sell
Circle of Values Communication

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